Achtung, dieser Newsletter beginnt mit einem kleinen Gedicht:
Sie passt genau
In den Schnabel
Und passabel
Fast wie ein Tau
Spult sie auf
La confusione della pasta
Die Gabel
Es war wieder was auf Arte. Eine Sendereihe übers Essen, die ich zum Essen schnell in der Mediathek eingeschaltet hatte, weil Barbara fast immer gerne was über Essen ansieht, also nicht nur zum Essen, aber tatsächlich findet Barbara diese Sendereihe gar nicht so gut, weil sie zu sehr um die Moderatorin kreist und nach ihrer Meinung meistens nicht tief genug in die Töpfe schaut, und dann habe ich es wieder ausgeschaltet. Aber nicht, ohne davor zu erfahren, was es mit der Gabel auf sich hat.
Barbara weiß das bestimmt schon ewig. Ich wusste es aber noch nicht und fand das schon beachtlich: Die Gabel kommt nämlich aus Italien und wurde dort erfunden, um tatsächlich Pasta damit verspeisen zu können. So habe ich es jedenfalls verstanden. Stimmt so allerdings nicht. Denn gabelähnliche Instrumente gab es schon in der Antike und später spießten dann auch die Römer schon gerne was damit auf, Süßes und Obst mit kleinen Gabeln, Fleisch zogen sie sich mit größeren Zinken unters Kinn. Aber gegessen wurde mit den Händen. In den meisten Ecken der Welt und auch Europas noch jahrhundertelang.
Im 11. Jahrhundert soll dann allerdings eine Prinzessin aus Byzanz in Venedig zum ersten Mal mit der Gabel gespeist haben. Da dieses Teil in seiner zweizinkigen Form auch als Teufelswerkzeug bekannt war und sich Kirchenleute ja insgesamt sehr gerne mit Verweis auf Gottes unendliche Kleinlichkeit in alle Bereiche des Lebens einmischen, wurde das sündhafte Besteck dennoch fast überall verdammt. Auch einflussreiche Leute wie Luther oder Hildegard von Bingen befahlen den Verzicht auf solches weibische, dekadente und gezierte Gerät.
Die bekamen aber ja auch keine Pasta e fagioli al pepe e limone als Wochengericht auf den Tisch gestellt. Oder Pasta alla Norma – mit Auberginen, Tomaten, Knoblauch. Oder gebratene Gnocchi mit roten Zwiebeln, Radicchio und Walnüssen. Das sind Gerichte, die muss man mit der Gabel essen! Und wenn man es italienisch macht, nur damit. Das ist eigentlich gar nicht so schwer, und wären die Spaghetti in Deutschland nicht vor allem als auch geschmacklich fragwürdiges Fertigstrafgericht namens Mirácoli-Kit unter die Leute gebracht worden – wir beherrschten das Pasta-Essen längst alle ohne Stützräder.
Für die Türkische Hochzeitssuppe, die Rote-Linsen-Suppe und die Süßkartoffel-Mais-Kokos-Suppe empfehlen wir wiederum nachdrücklich den Gebrauch eines Löffels. Und für einen Blick auf unsere komplette Wochenkarte ein sanftes Klicken auf diese Zeile.
P.S.1: Für Sonntag, 15. März, möchten wir übrigens keinen Gedichtwettbewerb ankündigen (obwohl, das wäre doch vielleicht auch mal was!), sondern endlichendlichendlich unseren ersten Bingo-Nachmittag! (Mehr im nächsten Newsletter!)
P.S.2: … Und für diesen Freitag – vorausgesetzt, der Wetterbericht hält bis dahin, was er aktuell verspricht – unsere inoffizielle Biergarten-Eröffnung direkt vor unserer Tür!




