Dafür müsst ihr nicht nach Maine

Vergangenen Freitag kam ein älteres Paar ins Café, zu Besuch in der Stadt, die deshalb ganz neugierig geworden sind auf uns, weil sie unseren Namen gelesen haben. Ribollita würden sie nämlich selbst sehr gerne kochen, erzählten sie. Und da war es auch nicht schlimm, dass wir am Freitag keine anbieten konnten, und am Samstag, als sie gleich wieder zu uns kamen, auch nicht. Denn, wie gesagt, die kochen sie sich ja selber.

Aber einige andere von euch haben in den letzten Wochen immer mal wieder gefragt: Wann gibt es denn mal wieder Ribollita? Den für das Gericht essentiellen, inzwischen aber hierzulande gar nicht mehr so seltenen Schwarzkohl hätten sie auch schon erspäht in dem und dem Lebensmittelmarkt. Man kann euch einfach nichts mehr vormachen …

Vergangenen Donnerstag hat es nun aber tatsächlich mit der großen Fuhre geklappt, eine ganze Kiste voll vom Bio-Großhändler! Im herrlich knackigen Zustand. Und während ich das hier schreibe, an unserem, nun ja, Ruhetag, stehen Barbara und Larissa gerade in unserer Küche in Coburg und putzen und schneiden und kochen in schieren Mengen den ganzen Schwarz- oder Palmkohl, wie er im Deutschen auch heißt, dazu Wirsing, Mangold, Bohnen, Möhren, Sellerie undsoweiter. Denn wir haben die Ribollita gleich mal an jeden Tag dieser Woche auf unsere Karte geschrieben!

Hier findet ihr den Rest unseres Plans – mit voller Absicht also gewissermaßen monothematisch mit Blick in die Suppenschale. Aber zum einen darf man einen Eintopf, der übersetzt „Wiederaufgewärmte“ heißt – ein Name, der übrigens offenbar erst seit den 1960ern nachweisbar ist –, gerne auch zwei- oder dreimal in einer Woche essen (und er wird immer besser!). Und weitere Gerichte wie die Nudeln mit Kichererbsen, Tomate und Rosmarin, die superwürzigen Penne all’amatriciana oder die neapolitanischen Pasta e patate sowie ein Zitronen-Risotto als zweites Wochengericht sorgen außerdem dafür, dass die Auswahl spannend und abwechslungsreich bleibt.

Ich google übrigens alle paar Monate immer mal wieder unseren Namen und stelle fest, dass es nach wie vor auf der ganzen Welt nur ein weiteres Lokal zu geben scheint, das sich „Ribollita“ nennt. Dieses zweite in Portland, im US-Bundesstaat Maine, gibt es schon seit 30 Jahren, und es handelt sich zweifelsohne um ein klassisches italienisches Restaurant. Unweit des alten Hafens, wo sich früher eine größere italienische Community befunden habe, bietet es u.a. selbstgemachte Pasta an und neben dem toskanischen Fischeintopf Cacciucco, den wir in Livorno ja gerade selbst kosten durften, natürlich auch Ribollita.

Da bekommt man sofort Lust auf ein Testessen. Aber Maine ist sehr weit weg, liegt zudem in einem Land, auf dessen Besuch man gerade wenig Lust hat, das müssen wir also aufschieben. Und auch ihr wisst ja nun, wo es euer (neues?) Lieblingsgericht ohne größere Reisestrapazen gibt. Sieht man mal von dem ganzen Schnee ab. Aber Leute, im Ostküsten-Portland schneit es gerade auch nicht gerade wenig, bei knackigen elf Grad minus!

P.S.: Für unser Musikquiz am Donnerstag, 5. Februar, ab 19 Uhr sind übrigens noch ein paar wenige Plätze frei, so zwei Teams passen da noch rein. Jede(r), die/der Lust hat an Musik, sich wenigstens ein bisschen auskennt mit allem zwischen Abba und Zaunkönigpfeifen, vor allem aber Spaß daran hat, sich unterhalten zu lassen in drei ganz bestimmt nicht langweiligen Fragerunden, sollte sich anmelden. Und für unser erstes Filmquiz gilt das unbedingt auch – am Donnerstag, 5. März, ebenfalls ab 19 Uhr.