Gelöst löffelnd länger leben

Barbara erzählt mir, dass Longevity der zuletzt wohl langlebigste (haha!) Trend ist im Sozialmedialen. Das Sammeln und Umsetzen von Erkenntnissen und Ratschlägen zur Verlängerung der menschlichen Lebenszeit also. Und das möglichst altersbeschwerdefrei. Aha. Habe ich kaum mitbekommen. Nicht, dass ich mich nicht auch auf Instagram und sonstwo im Internet herumtreiben würde und alt genug fürs Älterwerden bin ich längst, aber für mich spuckt der Algorithmus andere Sachen aus. Zuletzt obskurerweise ziemlich viel christlichen bzw. Bibel-Kram. Vielleicht bin einfach auch mehr so der Afterlife-Optimierungstyp.

Während wie man hört charakterlich zumeist eher fragwürdige Tech-Milliarde das Thema eben mit all ihrem Tech, eigenen Laboren, Teams aus persönlichen Köchen, Trainern und Frankensteinianern bei gleichzeitiger Errichtung versteckter Bunkeranlagen und Festungsinseln anzugehen versuchen, bleibt dem gemeinen Social-Media-Gefolge mal wieder nur: Sich was zusammenscrollen aus den ganzen Erkenntnissen und Ratschlägen und dann was in die Warenkörbe stopfen an Nahrungsergänzungsmitteln, Kursen, Fitnesstrackern usw.

Denkt bitte immer daran, dass wir euch letztlich auch immer nur was verkaufen wollen bzw. müssen, aber: Wenn ihr in dieser Woche zu uns kommt, um euch für zehn oder fünfzehn Minuten ganz und gar eurer Fenchel-Kartoffel-Suppe mit ganz viel Zitrone zu widmen, ohne dabei Körperfunktionsauswertungen abzurufen oder euch auf dem Handyscreen von einem TikTok-Gesundheitsexperten frontalunterrichten zu lassen, habt ihr euer Leben tatsächlich effektiv verlängert. Um zehn bis fünfzehn Minuten nämlich, die ihr Suppe essend verbracht habt. Und sonst gar nix.

Dass diese Suppe darüber hinaus euer Leben verlängert, durch das, was drin ist nämlich, das würden wir euch niemals versprechen. Allerdings stammt das schwedische Rezept dafür aus dem „Kochbuch der 100-Jährigen“, ist inzwischen beinahe zehn Jahre alt (die 100-Jährigen dürften inzwischen also fast alle 110 sein) und versammelt Gerichte aus den sogenannten blauen Zonen. Orte also, an denen vermeintlich viele superalte Menschen wohnen – Sardinien und die griechische Insel Ikaria gehören dazu, ein Teil von Costa Rica und Okinawa in Japan. Die Datenlage für diese Behauptung scheint zwar bei genauerer Betrachtung nicht ganz wasserdicht zu sein (mehr dazu in diesem Artikel). Da es sich aber allesamt um ruhige, stressferne Regionen handelt, wo man sich gut ernährt und auch im Alter aktiv bleibt, ist es keinesfalls verkehrt, sich von den Leuten und Rezepten dort etwas abzuschauen.

Barbara meint, dass den 100-Jährigen aus dem Buch außerdem gemein ist, dass sie meist auf frische Zutaten direkt aus dem eigenen Garten zurückgreifen können. Und dass sie das Buch wohl nicht zufällig von ihrer Mutter geschenkt bekommen habe, bei der war das ganz genau so. Barbara hat den Garten zwar geerbt, aber wir kommen aus zeitlichen Gründen leider nicht dazu, viel anzubauen. Außerdem herrscht gerade ein ziemlich offenkundiger Winter, da fällt alle Ernte mau aus.

Aber wenigstens sind die Lorbeerblätter für die Spaghetti all’alloro (ein Tomatensugo mit roten Zwiebeln, Zimt und eben Lorbeer) aus eigener Haltung. Womit wir dann endlich beim Rest der Wochenkarte wären: eine kaum weniger healthy, weil optimal zutatendiverse Minestrone mit verschiedenen Gemüsen, Hülsenfrüchten und Getreide steht da drauf. Pasta mit Kichererbsen, Fusilli mit Ricotta, Pfeffer und Zitrone, ein Linseneintopf und die beliebten Spaghetti mit Zitronen-Walnuss-Pesto als Wochengericht außerdem! Hier findet ihr wieder das komplette Angebot.

Allerdings ist es einen Tag kürzer als gewohnt: Wir öffnen in dieser Woche nämlich erst am Mittwoch!

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