Venedig war sehr schön letzten Januar. Wir hatten es fast für uns. Aber kalt war es da. Und kalt in Venedig bedeutet zwangsläufig feuchtkalt, denn es hat dort ziemlich viel Wasser. Deshalb blieben wir diesmal noch länger im Zug sitzen, stiegen in unserem geliebten Bologna um und fuhren bis an die toskanische Küste. Livorno. Rund 200 Kilometer weiter im Süden. Das insgesamt mildere Winterklima an der italienischen Westküste. Verlässliche zweistellige Temperaturen tagsüber. Sprich: Wir hatten nicht einmal Handschuhe an.
Allerdings ist die Hafenstadt Livorno mit ihren 150000 Einwohnern auch in mancherlei anderer Hinsicht sehr gegensätzlich zu Venedig (obwohl es auch dort ein eigenes kleines Venezia Nuova gibt). Im Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der Innenstadt zerstört. Entsprechend stammt ein großer Teil der Bebauung aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren. Architektonisch schon spannend, aber eine klassische italienische Schönheit ist Livorno eben nicht, wie es überhaupt auch an touristischen Sehenswürdigkeiten mangelt. Die meisten Besucher, die die einst durchaus mondäne und durch Handel, allerdings auch Sklavenhandel und Sklavenarbeit reich gewordene Küstenstadt bevölkern, sind auf der Durchreise, nehmen die Fähre nach oder von Sardinien, Korsika, Sizilien oder hopsen von ihrem Kreuzfahrtschiff in den monumentaleren und malerischeren Teil der Toskana.









Da wir aber an Städten interessiert sind, die gerade auch ohne Tourismus lebendig sind, war Livorno eine gute Wahl für uns. Besonders authentisch bekocht wird man an solchen Orten außerdem. Wir hatten u.a. den ortstypischen Fischeintopf Cacciucco mit mindestens fünf Sorten Fisch und Meeresgetier, Baccalà (Stockfisch) mit Kichererbsen und gleich mehrmals Torta di ceci – Kichererbsenkuchen in frisch gebackener Schiacciata, einem wunderbar fluffigen Brötchen – im Da Gagarin Di Chiappa Giuliano, einem kleinen, aber umso legendäreren Laden direkt neben der Markthalle, wo man aus gutem Grund meistens anstehen muss.
Unsere erste richtige toskanische Ribollita – das war nach drei Jahren Café-Betrieb unter diesem gewissermaßen erschlichenen Namen ja echt auch überfällig – bekamen wir dann allerdings erst bei einem Ausflug ins wiederum durch und durch malerische Lucca (eine der schönsten Städte Italiens überhaupt, wie ich finde). Die war dank reichhaltiger Broteinlage zwar sogar noch dicker als erwartet und dadurch zu mächtig für Barbara, um ihre Portion zu meistern. Aber sehr würzig und sehr lecker – serivert mit Olivenöl aus frischer Ernte und außerdem mit einer sehr feinen regionalen roten Bohnensorte zubereitet, deren Namen Barbara leider vergessen hat.
Jaja, wir wissen es. Wir schulden euch jetzt nach unserer Rückkehr definitiv auch endlich wieder eine Ribollita. Nächste Woche soll es endlich so weit sein. Bestellt ist er, der Schwarzkohl. In dieser Woche gibt es allerdings zuerst einmal das hier: klickt einfach auf diese Zeile, dann öffnet sich die Wochenkarte! Besonders empfehlen wollen wir euch davon die Pasta al ragù di salsiccia – mit Bratwurst-Tomaten-Sugo –, den Riso e indivia, ein Eintopf nach einem römischen Rezept mit Risottoreis und Endivien, Tomaten (auf Wunsch mit Ei), eine dicke Minestrone mit Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten sowie die Pasta di farro e fagioli (Emmernudeln mit Borlottibohnen in Tomatensugo mit Chili und Knoblauch) als Wochengericht.
Wir schulden euch außerdem auch neue Veranstaltungstermine: Am Donnerstag, 5. Februar, planen wir unser nächstes Musikquiz. Und am Donnerstag, 5. März, soll unser erstes Filmquiz stattfinden. Für beide Abende (jeweils wieder ab 19 Uhr) nehmen wir ab sofort Anmeldungen entgegen. Außerdem wird es im Februar endlich auch wieder einen neuen kulinarischen Samstagabend mit Menü geben. Es wird voraussichtlich – ihr ahnt es vielleicht – ein toskanischer Abend. Bald mehr an dieser Stelle!




